10 Ozean-Fakten
Foto: Michael Olsen / unsplash

Ratgeber

Nachhaltig Reisen

Unser Netzwerkpartner, die Meeresschutzorganisation ElasmOcean hat Ratschläge und Tipps zusammengestellt, die als Mindeststandard für nachhaltigen und anständigen Tauchtourismus angeboten werden. Mit der Bitte um Beachtung und Umsetzung werden die folgenden Ratschläge und Tipps von mehreren Reiseanbietern an Reisende weitergeleitet.

Der weltweite Tauchtourismus hat gute und schlechte Seiten. Neben den für Reisende offensichtlichen Vorteile durch Urlaub, Ablenkung, Erfahrung und Umfeldwechsel sind positiv auch die wirtschaftlichen Aspekte zu nennen, solange viele der schönsten Reiseziele in wirtschaftlich weniger potenten Regionen der Erde liegen: Das Geld der Reisenden wirkt vor Ort und verbessert den Standard und Wohlstand der örtlichen Bevölkerung.

Die Nachteile entstehen primär in zwei Bereichen: Vermüllung und Erderwärmung. Viele Regionen haben immer noch unterentwickelte Standards zur Vermeidung oder Behandlung von Müll, was sich viel zu oft in unachtsamer Entsorgung in die Natur auswirkt, wo der Müll belastet. Und fast jede Reise sorgt für zusätzliche Emissionen von Treibhausgasen, insbesondere bei Flugreisen durch Wasserdampf und Kohlenstoffdioxid, welches in den oberen atmosphärischen Schichten besonders stark wirkt und damit besonders schädlich den Treibhauseffekt zur Erderwärmung und Meeresversauerung verstärkt.

Alle diese Nachteile für die Natur können die Reisenden ebenso wenig ausschließen, wie Reiseveranstalter oder örtliche Tourismusanbieter es vermögen. Aber wir alle können versuchen, den Schaden möglichst zu begrenzen und die Nachteile zu reduzieren, damit die Vorteile allen einen schönen, weitestgehend nachhaltigen Tourismus bieten. 

An und über Land

  1. Auswahl des Reiseunternehmens: Ich reise mit Reiseunternehmen, die sich für Nachhaltigkeit einsetzen und nicht auf den maximalen Gewinnsetzen.
  2. Auswahl des Reiseziels: Ich reise möglichst kurz und emissionsarm. Wenn es eine Fernreise sein muss, reise ich zu Zielen, die vor Ort Nachhaltigkeit leben.
  3. Reiseplanung; Sensibilisierung über die örtliche Natur, Analyse der Gefahren für und durch die Natur: Ich informiere mich über die Lage der Natur am Urlaubsort – bevor ich anreise.
  4. Transportmittel und CO₂-Kompensation: Ich wähle das emissionsärmste Transportmittel und kompensiere unvermeidbare Treibhausgasemissionen effektiv.
  5. Umweltfreundliche Aktivitäten bei der Planung auswählen: Ich buche für den Urlaub nur solche Aktivitäten, die nachhaltig und naturschonend sind. Ich nehme mir vor, die Natur sauber zu hinterlassen – ich nehme auch fremden Müll mit.
  6. Checkliste nötiger Mitnehmdinge: Ich nehme nur notwendige Dinge mit in den Urlaub, weil jedes Kilogramm Gepäck Treibhausgase auslöst.
  7. Nachhaltige Ausrüstung und Gepäck: Ich verwende Ausrüstung und Kleidung, die nachhaltig produziert wird und wiederverwendbar ist; ich habe eine eigene Trinkflasche dabei, um Einwegplastik vor Ort meiden zu können.
  8. Nachhaltige Aktivitäten vor Ort: Ich bewege mich vor Ort möglichst nachhaltig und nehme nachhaltige Aktivitäten wahr – ich begegne Werbemaßnahmen mit gesunder Skepsis.
  9. Spare Ressourcen im Hotel: Ich spare Wasser. Ich benutze Handtücher und Bettwäsche mehrere Tage.
  10. Konsumiere bewusst: Ich suche regionale, saisonale, energieschonende und wassersparende Angebote. Ich verzichte gerne immer öfter auf Fleisch und Fisch.
  11. Auswahl des Sonnenschutzes: Ich verwende Sonnenschutzmittel ohne Mikroplastik und Octocrylen, das ich aus Deutschland mitnehme.
  12. Müll: Ich versuche, Müll zu vermeiden. Wenn er anfallen muss, entsorge ich ihn möglichst getrennt zum Recycling. Ich sammele Müll in der Natur und entsorge ihn richtig.
  13. Für Raucher: Ich entsorge Zigaretten niemals in die Natur oder ins Meer!
  14. Souvenirs: Ich wähle naturschützende Souvenirs, wenn Fotos und Videos als Erinnerung nicht reichen.
  15. Respekt und Rücksichtnahme: Ich benehme mich anständig, gegenüber der Natur, aber auch gegenüber den Einheimischen und Mitreisenden.
  16. Schimpf und Schande: Ich dokumentiere Missstände und suche Änderungen, allein oder mit anderen.

Am, über und unter Wasser

  1. Ich benutze das Meer bewusst – alles hat Auswirkungen: Ich handele respektvoll und nachhaltig, nie oberflächlich und respektlos. Was ich über Wasser mache, kann sich unter Wasser auswirken. Ich wähle Ein- und Ausstieg überlegt und schonend.
  2. Müll und Plastik unter Wasser: Ich nehme Müll und Plastik aus dem Wasser mit, wenn es nicht bereits Teil des Ökosystems geworden ist dann frage ich örtliche Fachleute, was zu tun ist.
  3. Tiere mit Plastik oder Haken: Ich helfe, wenn ich genau weiß, was zu tun ist ich organisiere fachkundige Hilfe.
  4. Verantwortungsvolles Tauchen: Ich halte mich an alles, was ich in meiner Tauchausbildung gelernt habe. Ich habe trainiert, bin in jeder Hinsicht fit, und habe mein örtliches Wissen beim Briefing erworben.

Nachhaltiges Haitauchen - mit Verstand und Anstand

Durch das Einhalten einiger Standards kann im Übrigen jeder Haitauchgang zu einem faszinierenden Ereignis werden, welches den Menschen formt, ohne die Natur zu verändern: Tauchen mit Anstand.

  1. Ich buche und tauche respektvoll mit Haien, vermeide offenes Anfüttern und wähle nachhaltige Anbieter. Ich überschätze mich nicht.
  2. Ich bin beim Briefing besonders aufmerksam und setze Gehörtes um.
  3. Ich meide Haitauchen mit offenem Futter. Bei Baitbox-Tauchen halte ich Abstände und Vorgaben aus dem Briefing strikt ein.
  4. Ich habe angepasstes Equipment.

Diese Ratschläge sind als sensibilisierende Grundlage für (Tauch-)Reisende gedacht. Sie spiegeln den Wissenstand Ende 2025 wieder und sind für Diskussion, Ergänzung und Änderung offen.

Eine Langfassung der 24 Ratschläge kann bei unserem Netzwerkpartner ElasmOcean auf Deutsch [https://elasmocean.org/wp-content/uploads/2025/11/251111-ElasmOcean-Ratgeber-Nachhaltige-Tauch-Reisen.pdf] und Englisch [https://elasmocean.org/wp-content/uploads/2025/12/251111-ElasmOcean-Guide-Sustainable-Diving-Travels.pdf] heruntergeladen werden (pdf, ca. 1,3 MB).